Geschichte

Zusammenfassung von Petra Siebert auf Basis der Ausarbeitungen und Recherchen von Magda Thierling

Die erstmalige Erwähnung des Dorfes Vaake (Faca) war 866 anlässlich der Übertragung von Grundbesitz an das im Jahr 822 gegründete Kloster Corvey an der Weser. Das ursprüngliche Fischerdorf Vaake gehört zu den 17 ältesten Siedlungen des Altkreises Hofgeismar. Die Übertragung des Vaaker Grundbesitzes an das im Jahr 960 gegründete Kloster Hilwartshausen fand 965 statt. Graf Ludolf von Dassel verkaufte 1272 die Vogtei von Vaake an das Erzbistum Mainz. Das Dorf gehörte damit zum Gerichtsbezirk Gieselwerder. Seit 1290 übten Mainz und Braunschweig gemeinsame Vogteirechte in Vaake und Hemeln aus. Laut Güterverzeichnis des Klosters Hilwartshausen bestand Vaake einschließlich zweier Vorwerke aus 23 aneinander gereihten Höfen, die alle am Weserufer lagen. Im Jahr 1462 besetzte der hessische Landgraf Ludwig II das Gieselwerder-Gebiet, 1538 gelangt Hessen in den Besitz des gesamten Dorfes Vaake.

Kirche

Das Gebäude der Vaaker Wehrkirche geht in seiner heutigen Gestalt im Wesentlichen auf das 14. Jahrhundert zurück. Der Chor sowie der Turm sind erheblich älter. Um 1400 wurde die Ausgestaltung von Wand - und Deckenmalereien, die von großer kunstgeschichtlicher Bedeutung sind, vorgenommen. Das Weserufer war mit der über 600 Jahre alten Wehrkirche der Siedlungskern des Dorfes.

Industrie

An der Nassen Ahle in Vaake entstand 1581 die erste landgräfliche Eisenhütte. Vaaker Böttcher liefern im 16. Jahrhundert Salzfässer an die landgräfliche Saline in Sooden-Allendorf. Eine Töpferei wurde um 1870 zwischen Mündener Straße, Weserufer und Töpferweg durch Wilhelm Lotze (späterer Mitinhaber Heinrich Finke) gegründet, 1922 erfolgte die Stilllegung des Betriebes. Eine Ziegelei an der Gahrenberger Straße wurde von 1899 bis 1971 durch die Firma Lotze & Finke, spätere Übernahme durch W. Friedeborn, betrieben. Die Gründung einer Fassfabrik durch Francke & Gedraht am Weserufer in Vaake-Süd fand 1911 statt.

Fähre

Eine erstmalige Erwähnung eines Fährmanns in Vaake solles 1668 gegeben haben. Der Betrieb einer Personenfähre mit Hilfe eines Lattenschiffes erfolgte bis Mitte des 20. Jahrhunderts.

Wichtige Bauprojekte

Im 16. Jahrhundert wird eine zweite Gehöftzeile an der Hangseite der hinteren Straße (Mündener Straße) errichtet sowie mit der Bebauung der Gasse (Schulstraße) begonnen. Der Bau der Straße nach Hann. Münden (B 80) wurde 1882 vorgenommen. Eine neue Schule entsteht 1930/31 am südlichen Ortsausgang. Der Bau einer Wasserleitung und einer Kanalisation sowie Schaffung zusätzlichen Wohnraums durch den letzten großen Dorfausbau ist in den 1950er/1960er Jahren zu verzeichnen.

Wissenswert

Von 1945 bis 1948 wurden Flüchtlinge und Vertriebene aus Böhmen, Mähren und Ungarn aufgenommen. Anstieg der Einwohnerzahl von ungefähr 1000 im Jahr 1939, auf 1600 in den Jahren 1949/50. Der Zusammenschluss mit der Nachbargemeinde Veckerhagen zur Großgemeinde Reinhardshagen fand 1971 statt. 1510 wurde Lucas Lossius (dtsch. lutherischer Theologe, Pädagoge und Hymnologe der Reformationszeit) in Vaake geboren. Er starb 1582 in Lüneburg. Nach ihm wurde die Reinhardshäger Schule benannt.

Die Geschichte von Vaake mit Jahreszahlen

von Magda Thierling

866 Erstmalige Erwähnung des Dorfes Vaake [Faca] anlässlich der Übertragung von Grundbesitz an das im Jahr 822 gegründete Kloster Corvey an der Weser. Das ursprüngliche Fischerdorf Vaake gehört zu den 17 ältesten Siedlungen des Altkreises Hofgeismar. Der Ortsname wird von dem Wort „vah“/“vak“, der Bezeichnung für ein Fischwehr, abgeleitet. Alte Schreibweisen des Ortsnamens: Faca, Ukken, Vaken, Vakha.
965 Übertragung von Vaaker Grundbesitz an das im Jahr 960 gegründete Kloster Hilwartshausen – in reichsunmittelbares Kanonissenstift, das später in ein Chorfrauenstift nach den Regeln der Augustiner umgewandelt wurde.
1272 Graf Ludolf von Dassel verkauft die Vogtei von Vaake an das Erzbistum Mainz. Das Dorf gehörte damit zum Gerichtsbezirk Gieselwerder. Seit 1290 übten Mainz und Braunschweig gemeinsame Vogteirechte in Vaake und Hemeln aus.
14. Jh. Das Gebäude der Vaaker Wehrkirche geht in seiner heutigen Gestalt im Wesentlichen auf das 14. Jahrhundert zurück. Der Chor sowie der Turm sind erheblich älter.
um 1400 Ausgestaltung von Wand – und Deckenmalereien von großer kunstgeschichtlicher Bedeutung.
1408 Das Weserufer war mit der über 600 Jahre alten Wehrkirche der Siedlungskern des Dorfes. Laut Güterverzeichnis des Klosters Hilwartshausen bestand Vaake einschließlich zweier Vorwerke aus 23 aneinander gereihten Höfen, die alle am Weserufer lagen.
1462 Besetzung des Gieselwerdergebiets durch den hessischen Landgrafen Ludwig II.
1510 Geburt von Lucas Lossius [Lotze] in Vaake – späterer Konrektor des Lüneburger Johanneums.
1538 Hessen kommt in den Besitz des ganzen Dorfes Vaake.
1581/83 An der Nassen Ahle in Vaake wird die erste landgräfliche Eisenhütte betrieben.
16. Jh. Vaaker Böttcher liefern Salzfässer an die landgräfliche Saline in Sooden-Allendorf. Errichtung einer zweiten Gehöftzeile an der Hangseite der hinteren Straße [Mündener Straße] sowie die Bebauung der Gasse [Schulstraße].
1668 Erstmalige Erwähnung eines Fährmanns zu Vaake. Der Betrieb einer Personenfähre mit Hilfe eines Lattenschiffes erfolgte bis Mitte des 20. Jahrhunderts.
um 1870 Gründung einer Töpferei zwischen Mündener Straße, Weserufer und Töpferweg durch Wilhelm Lotze – späterer Mitinhaber Heinrich Finke. 1922 erfolgte die Stilllegung des Betriebes.
1882 Bau der Straße nach Hann. Münden [B 80].
1899-1971 Betrieb einer Ziegelei an der Gahrenberger Straße durch die Firma Lotze & Finke – spätere Übernahme durch W. Friedeborn.
1911 Gründung einer Fassfabrik durch Francke & Gedraht am Weserufer in Vaake – Süd.
1930/31 Bau einer neuen Schule am südlichen Ortsausgang.
1945-1948 Aufnahme von Flüchtlingen sowie von Vertriebenen aus Böhmen, Mähren und Ungarn. Anstieg der Einwohnerzahl von ca. 1000 im Jahr 1939 auf 1600 in den Jahren 1949/50.
1950er/60er Jahre Bau einer Wasserleitung und einer Kanalisation sowie Schaffung zusätzlichen Wohnraums durch den letzten großen Dorfausbau.
1971 Zusammenschluss mit der Nachbargemeinde Veckerhagen zur Großgemeinde Reinhardshagen.